Sieben-Katzenleben e.V.

News vom 28.05.2026 – Abschied von Cino

Unsere Herzen sind gebrochen. Cino hat uns nach plötzlicher kurzer Krankheit völlig überraschend verlassen…Ana hat ihm zum Abschied ein paar persönliche Worte gewidmet:

Im Jahr 2021 kamen Cappu und Cino auf die Finca. Zwei winzige Geschwister, aus einer unerwünschten Kolonie, aus der Perrera gerettet. Als sie ankamen waren sie voller Schmutz, zitternd, und umhüllt vom schweren Geruch der Angst.
Ihre panischen kleinen Gesichter werde ich nie vergessen. In diesem Moment wusste ich einfach, dass ich sie mitnehmen musste. Es war kein Gedanke, sondern ein Gefühl, das sofort feststand.


Die Angst wich lange, lange nicht. Sie saß tief in ihren Augen; es war die Angst von Tieren, die nie die Chance hatten, zu verstehen, dass Menschen auch gut sein können.
Mit den Jahren fanden beide ihren Platz. Sie akzeptierten ihr Leben hier, still und vorsichtig. Wenn ich mich ihnen näherte, wichen sie zurück, doch aus der Ferne sah ich, wie sie spielten, wie sie sich gegenseitig putzten, wie sie Momente der Unbeschwertheit fanden. Als hätten sie beschlossen, dass das Leben wenigstens manchmal leicht sein darf.


Und dann, nach all den Jahren, begann Cino sich zu öffnen. Ganz leise, ganz behutsam. In den letzten Monaten wurde er anhänglich, neugierig, fast ein bisschen mutig. Er strich um meine Beine, wenn er etwas wollte, und miaute nach seinem geliebten Nassfutter. Plötzliche Geräusche ließen ihn noch immer fliehen, aber es war nicht mehr der panische Cino von damals.
Es fühlte sich an, als würde er endlich bereit sein, Liebe anzunehmen. Als würde er sich nach jemandem sehnen, der ihm Zärtlichkeit schenkt. Als wäre er bereit, mit genau dieser besonderen Person in ein Zuhause für immer aufzubrechen.


Und ja… er ging.
Aber er ging über die Regenbogenbrücke.


Vor einer Woche wurde er krank. Wir kämpften – die Tierärzte, die durchwachten Nächte, die Zärtlichkeit, die man ihm ins Fell flüsterte. Doch nichts konnte ihn bei uns halten.
Er überquerte die Regenbogenbrücke und fand endlich Ruhe. Ruhe vor der Krankheit. Ruhe vor dem langen Warten auf eine Familie, die er so sehr verdient hätte. Und ausgerechnet in diesen Tagen meldete sich jemand bei uns. Eine wunderbare Person, die in ihm genau den Kater gesehen hatte, dem sie Liebe schenken wollte. Aber das Leben hat manchmal einen eigenen, grausamen Plan.
Cino war eines von tausenden geretteten Tieren. Ein weiterer Name in einer langen Liste. Und doch… für mich war er nicht „einer von vielen“.
Er war der kleine Kater, der mich irgendwann an sich herangelassen hat. Der mir vertraute. Der mich sein Nassfutter bringen ließ, als wäre das ein kleines Ritual zwischen uns beiden. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar.


Danke, Cino, dass du am Ende dein Herz ein Stück weit geöffnet hast.
Es tut mir leid, dass ich dir nicht mehr geben konnte.
Irgendwann werden wir uns wiedersehen – ohne Angst, ohne Schmerz, nur mit Liebe.

Einen leisen Gruß von hier zu dir, wo auch immer du jetzt bist.
Ana

 

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