Sieben-Katzenleben e.V.

14. Dez­ember

Marie
Fridolin
 
Marie galoppierte in wildem Tempo die Treppe hinunter und tatschte zuerst Fabricio und danach Huchu auf den Po. „Hab euch!“, rief sie übermütig. Danach drehte sie sich um und Huchu und Fabricio liefen nun hinter der zierlichen Glückskatze her. Abrupt stoppte Marie jedoch, Huchu und Fabricio wären fast in sie hineingerannt.
 
Vor Marie erschien ein kleiner Glitzerball in leuchtendem Lila 🟣, der nach Schnee und Tannen roch. Alle drei schauten überrascht drein, als die Weihnachtselfen daraus erschienen. Auch die Weihnachtselfen waren irritiert und fragten Marie, ob sie hier richtig wären. Marie zirpte leise: „Ja, ich bin noch auf der Suche nach einem Zuhause, auch wenn ich mich wirklich wohl fühle. Meine Pflegemami sagt immer, man kann nicht jede Katze adoptieren, denn wenn sie das machen würde, könnten keine Notfellchen mehr bei ihr zur Pflege einziehen. Und das verstehe ich ja auch, aber ich habe hier so tolle Freunde gefunden … Aber vermutlich werde ich auch anderswo neue Freunde finden.“
 
Huchu putzte Marie kurz über das Köpfchen und nickte: „Du bist mit uns auch einfach wahnsinnig unkompliziert, magst alle und verbreitest gute Laune. Wenn du kuscheln möchtest, quetscht du dich einfach dazwischen und putzt uns. Du bist wirklich ein Unikat.“ Fabricio ergänzte: „Ja, du bist mit uns Katzen und Katern wirklich sehr lieb, nur mit Menschen brauchst du noch Zeit. Ich kann dich da gut verstehen, ich vertraue auch nur meiner Menschen-Mami, bei allen anderen bin ich distanziert und verstecke mich. 🙈 Aber bestimmt wirst du auch deinen Menschen finden, dem du ganz vertrauen kannst.“
Marie seufzte: „Ja, das wäre schön. Hier traue ich mich einfach nicht wirklich, auch wenn ich sehe, dass hier eigentlich nichts Böses passiert und ihr immer mit ihr kuschelt. Außer ihre Füße im Bett fange ich immer gerne, die bewegen sich immer so lustig.“ 😸
 
Aus einem Nebenzimmer hörte man ein Kratzen an der Türe und Weinen. Anela und Sean schauten sich erschrocken an, was war denn hier los? Marie erklärte traurig: „Das ist der arme Fridolin. Er ist separiert von uns allen, da er mit uns überfordert ist. Er mag nicht so gerne Artgenossen und da er so sensibel ist, wird er aggressiv, wenn er sich überfordert fühlt und geht dann auf uns oder auf die Menschen los. 😿 Leider fühlt sich Fridolin schnell überfordert, obwohl er unglaublich intelligent ist.“ Anela besuchte Fridolin, der sie mit großen Augen fixierte. „Was willst du hier? Lässt du mich raus? Kannst du mir helfen? Ich möchte so gerne wieder über Wiesen und Felder rennen und die pure Erde unter meinen Pfoten spüren, mit dem Wind um die Wette rennen und die Enge und die anderen Katzen vergessen.“ 😿💔
 
Anela schwieg betroffen. Von Fridolin ging eine große Traurigkeit gepaart mit einer großen Unruhe und Unzufriedenheit aus, er schien permanent unter Strom zu stehen und seine ungeballte Kraft und Lebensfreude einfach nicht ausleben zu können. Das machte sie sehr nachdenklich und traurig. Sie fragte ihn: „Das ist dein Weihnachtswunsch? Freiheit?“ Und Fridolin erwiderte: „Ja, Freiheit. Zu kommen und zu gehen, wie es mir gefällt. Natürlich hätte ich auch gerne regelmäßig einen gefüllten Napf und einen warmen trockenen Ort …. Aber ich habe einige Zeit auf den Straßen Spaniens gelebt, ich kann mich selbst versorgen. Ein voller Napf ist bequem, aber ich würde draußen nicht verhungern.“
 
Anela lächelte: „Du wirkst sehr selbstbewußt und scheinst dich gut einschätzen zu können. Du bist tatsächlich auch das erste Wesen, dass solche Wünsche hat. Das ist nicht der Standard-Weihnachtswunsch.“ Fridolin ließ von Anela streicheln, das gefiel ihm sehr und er fing an zu schnurren. Die Elfe stellte fest: „Ah ja, kuscheln magst du also schon.“ Fridolin nickte: „Ja, aber bitte nicht zu lange, ich möchte doch noch die Welt entdecken. Also, wie sieht es jetzt aus? Kannst du mir helfen?!“ Sie antwortete: „Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit du wieder ein glücklicher Kater werden kannst. Das verspreche ich dir. Frohe Weihnachten, Fridolin!“ 🍀❤
 
Im Schlafzimmer lagen inzwischen Marie, Huchu, Fabricio und putzten sich. Der Weihnachtself saß etwas entfernt und beobachtete das harmonische Treiben. Als Anela erschien, erhob er sich und sprach: „Wir müssen leider weiter ziehen, aber wir wünschen euch frohe Weihnachten und dass du, Marie, bald dein eigenes Zuhause findest.“ Der kleine lilafarbene Glitzerball erschien und die Weihnachtselfen verschwanden damit.
 
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