Sieben-Katzenleben e.V.

paul
Paul

5. Dez­ember

Paul döste gemütlich vor sich hin. Doch dann bemerkte er zwei kleine Wesen, die sich aus einer himmelblauen Wolke auf ihn zubewegten. Neugierig wartete er ihr Näherkommen ab. Das mussten Anela und Sean, die Weihnachtselfen, sein. Er hatte schon Gerüchte gehört, dass sie dieses Jahr wieder bei Ana einige Notfellchen besuchten.

Er freute sich über ihren Besuch, zum einen war er mit seiner FIV-Erkrankung ein echtes Notfellchen, zum anderen brachte es auch etwas Abwechslung in den doch etwas trüben Alltag. Vielleicht konnte er die beiden ja auch dazu bewegen, ihn ordentlich durchzukuscheln, denn das fehlte ihm doch ganz gewaltig.

Auch wenn die Grundversorgung bei Ana wirklich Premiumklasse war, so war doch das Kuscheln etwas, was immer zu kurz kam.

Sean und Anela erreichten ihn: „Hallo Paul, wie geht es dir?“ Paul antwortete: „Hallo ihr beiden, ich freue mich sehr über euren Besuch. Die anderen Fellchen haben schon berichtet, dass ihr uns wieder besucht. Toll, dass ihr auch zu mir kommt.“

Dann guckte er sie schüchtern an und zirpte leise: „Meint ihr, wir könnten ein bisschen kuscheln? Das fehlt mir doch so sehr!“ Anela und Sean kamen sofort näher und kraulten Paul am Rücken und unter dem Kinn. Paul schnurrte laut und wohlig: „Könnt ihr länger bleiben, das ist toll. Ihr macht das echt gut!“ Die beiden Elfen lachten: „Nun ja, ein bisschen Zeit haben wir noch. Aber erzähl uns doch gerne auch deine Geschichte. Wie bist du bei Ana gelandet? So ganz lange bist du noch nicht hier oder?“

Paul erwiderte: „Das stimmt, so lange bin ich noch nicht in Anas Obhut. Und ich habe da auch wirklich viel Glück gehabt. An meine Vergangenheit kann ich mich auch gar nicht mehr so richtig erinnern, das war aber auch ein einziges Traumata, das ich gerne vergessen möchte. Zum Schluss lebte ich einer Kolonie, mit vielen anderen Katzen. Aber dort waren wir nicht sicher, man wollte uns vergiften, da wir den Anwohnern lästig waren. Ana erfuhr davon und rettete uns. Danach musste ich mir einige unschöne Behandlungen gefallen lassen, ich bekam ein ekelhaftes klebriges Zeug in den Nacken, und dazu wurde mir auch noch Blut abgenommen. Das ergab dann leider auch noch ein positives Ergebnis auf FIV, aber zum Glück ein negativ beim FeLV-Test. Tja, und seitdem warte ich hier bei Ana auf eine Familie, die sich in mich verliebt. Mehr gibt es da eigentlich gar nicht zu erzählen.“

Sean schluckte: „Du solltest vergiftet werden?“ Paul nickte: „Ja, wenn Ana nicht gewesen wäre, wäre ich jetzt schon lange tot. Und trotzdem, ich habe einen sehnlichen Weihnachtswunsch – ich würde wirklich sehr gerne eine liebevolle Familie finden, die sich nicht an meiner Krankheit stört und mich so nimmt, wie ich bin. Ana sagt immer, ich bin ein total lieber Kerl. Meint ihr, es gibt eine Familie für mich?“

Anela nickte: „Da bin ich mir sicher. Du bist ein lieber, verschmuster Kater, der ja recht unkompliziert ist, da finden wir bestimmt ein schönes Zuhause für dich. Versprochen.“ Paul drehte sich zufrieden auf den Rücken und ließ sich den Bauch durchkneten. „Agh, ist das schön. Wenn ich das doch jeden Tag bekommen könnte. Vielleicht könnt ihr euch ja ein bisschen mit meinem Weihnachtswunsch beeilen? Ich möchte darauf ungerne weiterhin verzichten.“

Sean zwinkerte: „Versprochen, wir stellen dich zeitnah vor und hoffen auf dein persönliches Weihnachtswunder, lieber Paul! Frohe Weihnachten!“ Paul schnurrte noch einmal besonders laut, ehe Anela und Sean sich in ihrer himmelblauen Wolke wieder entfernten.

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