Nachdem ich im September 2022 leider meine Seelenkatze Madame viel zu früh gehen lassen musste und ihr Bruder Monsieur zum Trauerkloß wurde, zog in einer Blitzgeschwindigkeit ein SKL-Kumpel für ihn ein – Pepito.
Pepitos spanisches Temperament erwies sich dann aber doch als etwas zu ausgeprägt für Monsieur und nachdem ich schon vor Madames Tod über eine 3. Katze nachgedacht hatte kam der Gedanke nun wieder auf.
Im Adventskalender 2022 verliebte ich mich direkt in Pat, aber der passte leider vom Temperament so gar nicht in die Truppe und daraufhin begann unser kleines Weihnachtswunder.
An Heiligabend 2022 bekam ich ein Bild von Arya zugeschickt, damals noch namenlos und gar nicht auf der SKL-Seite, sie wäre der perfekte Match zu Pepito.
In meiner immer noch vorhandenen Trauer um meine Maus musste ich aber lange mit mir kämpfen, um mich wieder auf ein Mädel einzulassen. Arya wurde als sehr scheu, aber total verspielt und sozial anderen Katzen gegenüber beschrieben.
Da ich schon 2 Schmusetiger hatte und es mir nur darum ging Pepi auszulasten, was das für mich gar kein Problem, wenn ich dieses Kätzchen nur füttern und die Klofrau für sie spielen darf.
Als ich nach ihrer Ankunft ihre Box im Quarantänezimmer vorsichtig geöffnet habe ist sie direkt panisch rausgesprungen, hat ein paar Speed-Runden durchs Zimmer gedreht auf der Suche nach einem Ausweg und sich dann direkt verkrochen.

Ich habe sie natürlich in Ruhe gelassen und habe ihr Zimmer nur betreten um Futter zu liefern oder mal das Klo zu putzen, immer mit vorsichtiger Ankündigung, damit sie sich verkriechen konnte.
Gesehen hab ich sie eigentlich nur auf der extra aufgestellten Kamera.
Sie hat viel in meiner Malm-Kommode geschlafen, die sie direkt geöffnet hat und als Rückzugsort erkoren hat, versteckt und eingekuschelt zwischen Socken und anderem Krimskrams.
Die Jungs streiften schnell neugierig vor ihrem Zimmer rum, aber auch die beiden waren ihr erstmal sichtlich suspekt.
Nach einer guten Woche durfte sie raus und suchte sich direkt im anderen Zimmer unter dem Dach ein 2. Versteck, so dass sie sich niemals mehr als 1 Sekunde mit mir im Raum aufhalten musste.

Um sie zu sehen musste ich meistens weiterhin die Kamera bemühen.
Es fiel mir schwer, aber ich habe sie in Ruhe gelassen. Sie sollte sich sicher fühlen und keine Angst entwickeln.
Mit der Zeit fing sie an mit Pepito wie irre durch die Wohnung zu toben, meistens sehe ich die Beiden als Kampfknäuel durch die Wohnung rollen.
Nach 1-2 Monaten durfte ich auch mit Sicherheitsabstand in einem Raum mit ihr sein.
Nach 3-4 Monaten streifte sie mir beim Näpfe befüllen um die Beine, aber Anfassen war noch nicht.
Immer schön Sicherheitsabstand und schnell weg, wenn sich etwas „androhte“.
Monsieur hat sich dann auch mit ihr angefreundet und mit ihm tobt sie eher, als dass sie kämpfen würde (ok, 3kg-Katze gegen 7kg-Kater ist auch etwas unausgeglichen), aber er wurde von ihr endlich aus seiner Lethargie gerissen.
Umso schöner war der Moment, als sie ca. nach einen halben Jahr plötzlich neben mich auf die Couch sprang und sich vorsichtig an mich rankuschelte.
Anfassen war immer noch etwas suspekt, aber seither ging es in einem rasendem Tempo voran.
Die Kater hat sie weiterhin fest im Griff. Sie ist die Chefin hier, spielt mit Beiden und geht beiden Katern auch regelmäßig auf den Keks.
Interessanterweise verstehen sich Monsieur und Pepito nun auch besser, vielleicht versuchen sie sich ja zu verbünden um die Herrschaft zurück zu erobern, wer weiß.

Mittlerweile hat sich die kleine menschenscheue Arya in ein kuschelsüchtiges Klammeräffchen gewandelt, das gerne bei mir im Bett schläft, abends zusammen mit mir auf meinem Bauch / meinen Beinen oder sogar im Arm gemeinsam TV schaut.

Es gilt immer noch, nur wenn sie will, sonst flitzt sie immer noch schnell wie der Wind weg, aber wenn sie will, dann ist sie die kuscheligste und anschmiegsamste Katze, die ich kenne.
Im Home Office liegt sie sogar gerne auf meinem Stuhl hinter mir zwischen Rücken und Rückenlehne.
Arya ist einfach mein persönliches kleines Weihnachtswunder, nie hätte ich erwartet, dass sie so schmusig und anhänglich wird.
Es war ein langer Weg, aber ich war auch mehr Geduld vorbereitet gewesen, aber jedes Schnurren und Schmusen ist das schönste Geschenk auf Erden.
Wenn ein ehemals scheues Kätzchen einem sein Herz schenkt, dann wiegt das doch noch viel schwerer als bei nicht so scheuen Katzen.
Ich erwische mich schon oft dabei, dass ich ihr mehr Freude entgegen bringe, wenn sie ankommt, einfach weil der Weg schwerer war.
Natürlich liebe ich alle meine 3 Verrückten von ganzem Herzen, jedes Tier auf seine eigene Art.
Und ich liebe jeden Knutscher, den ich dafür zurückbekomme:

Meine Bitte an alle zukünftigen Adoptanten, besonders wenn ihr schon Tiere habt und eine Ergänzung zu euren Tieren sucht.
Bitte denkt an die armen scheuen Tiere, die immer vergessen werden und schwer ein Zuhause finden.
Wenn diese scheuen Tiere irgendwann auftauen, dann bekommt ihr so unglaublich viel Dankbarkeit und Liebe zurück, dass ihr fast erdrückt werden.
Gebt Ihnen eine Chance aufzutauen und anzukommen, in ihrem Tempo – sie haben es so sehr verdient.